Textauszug aus TREFFPUNKT ROM, Kapitel: „Die rote Faust“

Im Ladenlokal erwartete die Gäste – ganz untypisch für italienische Verhältnisse – ein kräftiges Frühstück. Die Hauswirtin hatte Tramezzini mit Salami und Schinken zubereitet und sogar ein Rührei gekocht. Der Kaffee duftete aus der Maschine.

„Buon giorno“, begrüßte die Frau das unkonventionelle Reisequartett. In der Küche wusch jemand Geschirr. Es klapperte und schepperte, woraufhin die Wirtin in der Küche verschwand und einen ähnlichen emotionalen Ausbruch bekam wie bei ihrem gestrigen ölverschmierten Besucher. Karin war beeindruckt von dem Temperament der Ladenbesitzerin. Vielleicht sollte sie auch ab und zu mal auf den Putz hauen, wenn Giancarlo seine Spuren in ihrer Wohnung hinterließ. Sie war eine große Ordnungsliebhaberin und Giancarlo ließ sich gerne bedienen. Wenn sie mit ihm schimpfte, weil er sekundenschnell jede Tischdecke verschmutzte, lachte er sie aus. Noch war sie verliebt und sah großzügig über die Motten des anderen hinweg. Aber wer weiß, wie lange das gutging.

„Heute wir fahre endlich nach Bella Roma, Amore mio!“ Giancarlo drückte Karin einen feuchten Schmatz auf die Wange. „Musse esse, Amore, Esse wichtig für die kleine Bambino und naturalmente auch fur die hubsche Mamma.“

Maggie zwinkerte den Turteltäubchen amüsiert zu. Sie fühlte sich prächtig ausgeschlafen, George hatte ihr das Bett überlassen und hatte auf der Coach im Ladenlokal geschlafen. Da ihr Mann zuweilen beachtlich schnarchte, war die Ruhe der Nacht für die amerikanische Unternehmergattin eine wahre Wohltat.

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